Wohn- und Pflegeheime in Ihrer Nähe

„... im Judentum gibt es keine Religiösität ohne das Soziale und kein Soziales ohne Religiösität.” Leo Baeck, Juni 1930

Unser Pflegeleitbild lehnt sich an die Satzung der IKG München und Oberbayern, K.d.ö.R. , sowie dem Leitbild der AWO München Soziale Dienste gemeinnützige GmbH an.

Unsere Einrichtung verfügt über 45 Pflegeplätze und 8 Rüstigenplätze, die in 31 Einzelzimmer und 11 Doppelbettzimmer aufgeteilt sind.

Unter einem kleinen Dach ist das Leben wie in einer Familie. Das Leben ist geprägt von Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Rüstige Bewohner*Innen leben Seite an Seite mit pflegebedürftigen und dementiell erkrankten Bewohner*Innen. Es gibt keine räumliche Trennung zwischen Pflege- und Wohnbereich, die Versorgung aller Bewohner*Innen wird von allen Mitarbeiter*Innen gleichsam sichergestellt. Das Haus ist in nahezu allen Bereichen von einem integrativen Lebens- und Wohnstil geprägt.

Akzeptanz und Verständnis sind in unserem Hause gelebte Begriffe. Kontinuierliche Konfrontation und Auseinandersetzung mit den Eigenarten, Schwächen und Stärken aller Bewohner*Innen und Mitarbeiter*Innen des Hauses prägen das alltägliche Leben und lassen unsere Gemeinschaft - auch im Alter - reifen und wachsen.

Religion und Tradition wird im Rahmen des jüdischen Jahres bereichsübergreifend gelebt. Bewohner*Innen, Angehörige und das Personal gestalten und feiern alle jüdischen Feste gemeinsam:

ebenso halten wir uns an die Kaschrut (jüdische Speisegesetze).

Unser pflegerisches, unterstützendes und betreuerisches Handeln ist von der Halacha (jüdische Gesetzgebung) und von der individuellen Wertschätzung jedes Menschen geprägt - von seiner Einmaligkeit, seiner Biographie und seinen Ressourcen.

Unsere Wertschätzung und unser Respekt für unsere Bewohner*Innen, unsere uneingeschränkte Offenheit für die Biographien und die daraus resultierenden Eigenarten unserer Bewohner*Innen, bewirken eine Stärkung des oft im Alter beschädigten Selbstwertgefühles. Unser Ziel ist gerade im Alter die Unabhängigkeit und Selbständigkeit unserer Bewohner*Innen zu bewahren und zu unterstützen.

Hierzu wollen wir einige religiöse Begriffe und Ansätze aufführen, die wir als Grundlage unseres Handelns betrachten:

Es ist eine Mizwa (ein Gebot) Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Das hebräische Wort für Wohltätigkeit, Gerechtigkeit und rechtschaffene Taten ist Zedaka. Der Gebende soll den Armen/Kranken nicht seine Bedürftigkeit spüren lassen, ihn nicht beschämen, sondern die Hilfe nach Möglichkeit im Verborgenen leisten. Um ein Gleichgewicht herzustellen, den Armen/Kranken nicht zu demütigen, wird auch ihm die Möglichkeit gegeben zu teilen, durch immaterielle Bereitschaft den Reichen/Gesunden in dessen Not geistig zu stützen. Eine solche Bereitschaft ist nach jüdischem Glauben eine noch höher zu bewertende Wohltätigkeit und wird Gemilut Chassadim genannt: Mildtätigkeit, welcher Barmherzigkeit und Herzensgüte zugrunde liegen.

Die Rabbanim (geistlichen Gelehrte) erkannten vor vielen hundert Jahren, daß Armut/Krankheit nicht nur ein physischer Mißstand mit physischen Auswirkungen haben kann, sondern auch psychisch vorhanden sein kann, bzw. als Folge eines materiellen Notstandes Auswirkungen hat. So soll eine Existenz, die durch Not bedroht ist, geschützt werden. Darüber hinaus sollte dem Leidenden seinem bisherigen Lebensstandard entsprechend geholfen werden, damit sich in Folge des Abstieges und der Frustration darüber nicht noch ein psychisches Leid entwickelt. Der jüdische Arzt, Rechtsgelehrter und Religionsphilosoph Mose ben Maimon (Maimonides, 1135 - 1204) stellt in der Mischne Tora (Wiederholung der Tora/fünf Bücher Moses) die acht Stufen der Zedaka fest. Hier seien zwei Stufen zitiert:

„Die erste, höchste Stufe: Dem Bedürftigen die Möglichkeit geben, sich selbständig zu ernähren.”

„... ihn in die Lage versetzen, nicht auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen zu sein.”