Fanprojekt München

Die Geschichte des Fanprojekts

Das Fanprojekt in der heutigen Form gibt es seit 1. September 1995.

Bereits 1976 wurden vom Stadtjugendamt Streetworker eingesetzt, die sich um die „Fußballrocker“, die randalierenden und gewaltbereiten Fans des TSV 1860 München und des FC Bayern München, kümmern sollten. Damit war die Stadt München seinerzeit Vorreiter in Sachen Fanarbeit. Es wurden drei Fantreffs eingerichtet, die als Anlaufstellen und Treffpunkte dienten. Ebenso wurden erlebnispädagogische Maßnahmen durchgeführt. Allerdings waren damals die finanziellen und personellen Mittel begrenzt; zudem fehlte die Unterstützung der Vereine.

In der Folgezeit hat sich der Schwerpunkt der Streetwork-Arbeit zunehmend auf Jugendliche mit Migrationshintergrund verlagert. Dennoch hielt ein Streetworker stets Kontakt zu den Fangruppen.

Als in den 80er Jahren die Ausschreitungen gewaltbereiter Fans nach dem Vorbild der englischen Hooligans zunahmen, wurde auf Anregung von Stadtjugendamt, Kreisjugendring, anderen sozialen Einrichtungen und der Polizei eine Studie durchgeführt, welche die Einführung eines Fanprojektes empfahl. Aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel und der mangelnden Unterstützung durch die Vereine kam dies aber in München zunächst nicht zustande.

Auf Bundesebene wurden zwischenzeitlich die ersten Fanprojekte in Bremen (1981), Hamburg (1983), Hannover (1985) und Frankfurt (1984) gegründet.

1993 wurde das „Nationale Konzept Sport und Sicherheit“ (NKSS) durch die Innenministerkonferenz verabschiedet, welches u.a. die Drittelfinanzierung der Fanprojekte festlegte. Seitdem stieg die Zahl der Fanprojekte bis heute von 12 auf aktuell 54 an.

Das Fanprojekt München konnte auf Antrag des Stadtjugendamtes beim DFB schließlich am 1. September 1995 starten. Dabei legte das Jugendamt – und dies ist einzigartig in Deutschland – als Voraussetzung fest, dass nicht nur Sozialpädagogen, sondern immer auch engagierte Leute aus der Szene im Fanprojekt als pädagogische Hilfskräfte mitarbeiten sollten. Dies führte schnell zur notwendigen Akzeptanz und Vertrauensbasis bei der Zielgruppe. Außerdem hatte und hat das Fanprojekt München immer auch mindestens eine Frau im Team.

Bis Juli 2012 war das Fanprojekt München eine Kooperationseinrichtung der Landeshauptstadt München/Stadtjugendamt und der Arbeiterwohlfahrt München, seit August 2012 ist es unter kompletter Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt München.