Das muss sich in der Pflege ändern!

Die Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege und ihre gemeinsame Initiative „Wert der sozialen Arbeit“ hat im Vorfeld der Landtags- und Bundestageswahlen im September diesen Jahres sieben Kernforderungen zur Sicherung einer zukunftsfähigen Pflege im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich erhoben:

  • Mehr Geld aus Pflegeversicherungen für pflegebedürftige Menschen: Die Leistungsbeträge der Pflegeversicherung müssen kontinuierlich erhöht werden. Dazu muss das Pflegeversicherungsgesetz durch den Bundesgesetzgeber geändert werden.
  • Gerechte Gehälter für pflegendes Personal: Die Refinanzierung der Personalkosten über Pflegesätze und Gebühren muss die Bezahlung angemessener Löhne und Gehälter ermöglichen. Nur so kann auch künftig ausreichend gut qualifiziertes Personal für die Pflege gewonnen werden.
  • Mehr Personal für pflegebedürftige Menschen: Pflegebedürftige Menschen benötigen eine Verbesserung der personellen Ausstattung in Pflege und sozialer Betreuung, Reinigung, Wäsche, Küche sowie Verwaltung um 10 Prozent.
  • Kostenfreie Ausbildung: Die Ausbildung muss für die Auszubildenden kostenfrei sein. Zur solidarischen Finanzierung der Ausbildung wird der Freistaat Bayern aufgefordert, unverzüglich eine Umlage einführen, um die Wettbewerbsverzerrungen zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Einrichtungen zu beenden.
  • Finanzierung von Qualitätsverbesserungsmaßnahmen: Qualitätsverbesserungen kosten Geld. Der Gesetzgeber ist aufgefordert, qualitative und bauliche Ansprüche mit einer entsprechenden finanziellen Ausstattung der Träger zu verbinden.
  • Weniger Bürokratie für pflegende und pflegebedürftige Menschen: Alle regulierenden gesetzlichen Regelungen sollen auf ihre Notwendigkeit hin überprüft werden. Weniger Bürokratie ermöglicht mehr Zuwendung zu den Pflegebedürftigen.
  • Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs: Gefordert wird eine Pflegereform, die einen solchen Namen auch verdient: Wir brauchen einen Pflegebedürftigkeitsbegriff, der sich nicht an bloßen körperbezogenen Verrichtungen, die nach Minutenwerten bemessen werden, orientiert, sondern ein umfassendes Verständnis von Pflege und Betreuung.


Die AWO München Stadt unterstützt die vom AWO-Landesverband mit formulierten Forderungen und bittet alle am Thema Pflege Interessierten, sich an der Postkartenaktion zu beteiligen, und den politischen Parteien so klar zu signalisieren, dass sich sowohl im Freistaat Bayern als auch bundesweit in den kommenden Legislaturperioden mehr tun muss als in den letzten vier Jahren. Insbesondere angesichts des demographischen Wandels und des drohenden Fachkräftemangels in der Pflege erhebt die Initiative die Forderung, dem Thema in der Politik höchste Priorität einzuräumen.