Zum Fachkräftemangel...

 „Kinder sind unsere Zukunft“ - dieser Slogan wird gerne und sehr oft in den Mund genommen. Auch die Arbeiterwohlfahrt hat ihn sich auf Ihre Fahnen geschrieben.

Allerdings hat er schon etwas länger einen bitteren Beigeschmack bekommen, wenn man sich die Personalsituation im Kindertagesstättenbereich ansieht. Es fehlt nach wie vor an qualifizierten pädagogischen MitarbeiterInnen in München und Umgebung.

Eine Prognose der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass bis 2013 an die 56.000 Betreuungsplätze für unter dreijährige Kinder neu geschaffen werden müssen, um den bis dahin absehbaren Bedarf zu befriedigen. Selbstverständlich braucht man für diese Plätze auch das entsprechende pädagogische Fachpersonal.

 Wie allerdings soll dieser Personalbedarf gedeckt werden?

Schon jetzt haben die Stadt München und viele Träger offene Stellen, die sie nicht besetzen können. Auch die AWO München hat große Schwierigkeiten den nötigen Personalspiegel abzudecken, gerade auch weil ein permanenter Ausbau der Betreuungsplätze erfolgt.

Selbstverständlich wurden bereits Schritte unternommen um die Situation zu verbessern. Allerdings trotz Gründung der Fachakademie für Sozialpädagogik in der Hans-Weinberger-Akademie sieht sich die AWO München außerstande den zukünftigen Bedarf an qualifizierten Personal abzudecken.

Deshalb unterstützt die Münchner AWO den Antrag der SPD Landtagsfraktion, indem die Forderung nach einer Verkürzung der Ausbildungszeit für staatlich anerkannte ErzieherInnen hinterlegt ist.

Die Ausbildung zur/m ErzieherIn dauert mindestens 5 Jahre, wovon drei Jahre in Form einer praktischen (Vor-)Ausbildung zu absolvieren sind. Damit hat Bayern im Vergleich zu anderen Bundesländern die längste Ausbildung. Durch eine Verkürzung des sozialpädagogischen Praktikums von zwei Jahren auf ein Jahr käme es zu einer Angleichung an andere Bundesländer und zu einer schnelleren Verfügbarkeit von ErzieherInnen auf dem Arbeitsmarkt.